Dein inneres Team

Deine Werte und Deine Erfahrungen bestimmen Dein inneres Team

Deine inneren Einstellungen zu Dir selbst, Deine Werte, also das was Dir für Dein Leben wichtig ist, sowie Deine Glaubenssätze über Dich und die Welt sind beteiligt, wenn es an die Zusammensetzung Deines inneren Teams geht. Außerdem spielen Deine bisherigen Erfahrungen in Deinem Leben dabei noch eine Rolle. An einem Beispiel wird das wieder etwas deutlicher.

Nehmen wir wieder den sonnigen Samstagvormittag und die Möglichkeit, einen Fahrradausflug zu machen. In Deinem Rollenverständnis als fürsorglicher Familienvater gehört vielleicht Harmonie als einer Deiner Werte dazu. Streit in der Familie möchtest Du am liebsten vermeiden. Wann immer es also in der Familie Diskussionen gibt oder etwas zu entscheiden gilt, steht Dein inneres Teammitglied mit Namen „Harmoniebedürftiger“ mit auf der Bühne.

Außerdem sagt Dir vielleicht Deine Erfahrung oder das, was Du gelesen hast, dass Kinder mit ungenügendem Kontakt zu ihren Eltern als Erwachsene Probleme im sozialen Umgang bekommen. Du willst dies für Deine Kinder natürlich vermeiden und gibst Dir daher Mühe, ihnen in dieser Beziehung das zu geben, was sie Deiner Meinung nach benötigen, nämlich Deine Aufmerksamkeit. Dein Teammitglied, welches dies repräsentiert und durch seine Botschaften vertritt, heißt vielleicht „der Besorgte“.

Ferner hörst Du die innere Stimme „Treibe Sport, fahr‘ Fahrrad!“. Sie stammt von einem Kameraden mit Namen „Gesundheitsbewusster“. Unterstützt wird dieser wahrscheinlich durch einen inneren Glaubenssatz, der da heißen könnte: „Sport treiben ist gut für die Gesundheit.“

Teamkonflikte…

So lange die Teammitglieder sich in einer Richtung unterstützen, also wie oben gemeinsam rufen „Auf zum Fahrradausflug mit der Familie!“, wirst Du keinerlei Probleme verspüren, dem Ruf zu folgen und voller Elan die Aktivität anzugehen. Was aber, wie in der Gesamtheit des Beispiels, wenn es gegenläufige Tendenzen, konkurrierende „Meinungen“ im Team gibt?

Hier hilft uns die Betrachtungsweise als „Inneres Team“. Gerade so, wie es in einem echten Team in einer Firma, einem Verein oder einer anderen Institution Konflikte gibt, weil jeder erst einmal „seine Sache“ vertritt, so gibt es diese auch in diesem „virtuellen“ Team in uns. Und genau so, wie es in einem realen Team ist (oder zumindest sein sollte) arbeiten dennoch alle gemeinsam an einer Sache. Im Fall des inneren Teams in Dir ist es Dein persönliches Wohlergehen.

Jedes Teammitglied in Dir, auch wenn es zuweilen mit Äußerungen daher kommt, die Dir momentan nicht in den Kram passen, Dich in einen Konflikt stürzen oder handlungsunfähig machen, verfolgt, für sich gesehen eine positive Absicht, nämlich einen glücklichen, gesunden Menschen aus Dir zu machen.

…lösen

Ideal ist es, wenn Du im Fall von Meinungsverschiedenheiten in einem Team zunächst jeden einzeln anhörst, was er zu sagen hat. So bekommst Du ein Gesamtbild des Meinungsspektrums. Du erkennst vielleicht auch, wo sich zwei oder mehr Temmitglieder solidarisieren, obwohl es ihnen vielleicht im Detail um verschiedene Aspekte geht. Als Sitzungsleiter oder Moderator sorgst Du dafür, dass jedem ausreichend Gehör geschenkt wird und dankst den einzelnen Teammitgliedern für ihre wertvollen Beiträge.

Tipp: Besonders gut kannst Du die einzelnen Stimmen und ihre Botschaften wahrnehmen, wenn Du deren jeweilige charakteristische Körperhaltung annimmst. Wenn da also so der "Faulenzer" in Dir spricht, lehnt dieser sich vielleicht am liebsten zurück und legt die Beine hoch. Spüre einfach der jeweiligen inneren "Haltung" nach.

Wenn Du jetzt den letzten Absatz noch einmal liest, hast Du auch schon den ersten Ansatz dafür, wie Du mit Deinem inneren Team umgehen kannst. Du übernimmst die „Sitzungsleitung“ und „hörst“ Dir erst einmal alles einzeln(!) an, was die verschiedenen Stimmen zu sagen haben. Um dabei nicht die Übersicht zu verlieren, kannst Du Dir ja ein paar Notizen machen. Schreibe die Namen Deiner Teammitglieder auf und notiere Sie nacheinander, was sie vorbringen. Danach wie gesagt den Dank an jeden einzelnen nicht vergessen.

Nun bist Du an der Reihe. Da Du festgestellt hast, dass jeder ja tatsächlich auf seine Weise nur Gutes für Dich erreichen will, solltest Du keinen brüskieren. Viel eher kannst Du ja Alternativen anbieten, durch die diejenigen, die diesmal mit ihren „Interessen“ nicht zum Zuge kommen, andere Möglichkeiten finden, sich einzubringen.

Pragmatisch bleiben

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, ob Du nun für alle inneren Konflikte, große wie kleine, immer Bleistift und Papier zur Hand nehmen musst, um eine Lösung zu finden. Natürlich nicht. Im Falle des Morgens-Aufstehens wäre das auch kaum zweckmäßig. Womöglich kämst Du regelmäßig zu spät zur Arbeit, wenn Du jedes Mal lange analysierst, wer da nun in Dir liegen bleiben möchte und wer nicht.

Wenn Du aber größere Entscheidungen treffen musst oder auch Ziele in Deinem Leben erreichen willst, dies aber in Deinem Innern nicht konfliktfrei abläuft, dann hilft die Methode der Teamkonferenz in der oben beschriebenen Weise weiter. Auch wenn es kleinere, aber beharrlich wiederkehrende „Meinungsverschiedenheiten“ in Dir gibt (vielleicht ja doch das morgendliche Aufstehen), lohnt es sich vielleicht, einmal die Einzelstimmen zu hören.