Herzlich willkommen!

In diesem Blog schreibe ich ab und zu -ganz privat- meine Gedanken zu so manchem Alltagsthema auf.

Außerdem veröffentliche ich ein paar Artikel zu meinem Lieblingsthema ‚Kommunikation und Selbst-Bewusstsein‘.

Schaut ab und zu mal vorbei. Vielleicht entlockt Euch der eine oder andere Beitrag ein Kopfnicken, ein Lächeln oder Schmunzeln oder er regt Euch zum Nachdenken an. Das wäre durchaus beabsichtigt.

Also, willkommen!

Joachim

Sich Ziele setzen und erreichen – aber wie?

„Domine, quo vadis?“ („Wohin gehst Du, Herr.“) soll der Apostel Paulus auf der Via Appia bei Rom Christus gefragt haben. Im Alltag wird die Phrase quo vadis oft im Sinne von  „Wie soll das weitergehen?” verwendet. In beiden Fällen lässt sich auch die Frage stellen: „Was ist Dein Ziel?“.  – Wann hast Du Dir diese Frage zuletzt gestellt?

Im Leben bestimmte Dinge erreichen, Erfolg haben, mit sich zufrieden sein, das möchte wohl jeder von uns. Oft sind es eher vage Vorstellungen vom „Endprodukt“. Manchmal sind es mehr Wünsche als Ziele. Ab und zu möchten wir auch, dass jemand anderes etwas für uns tut oder sich in einer bestimmten Weise verhält. Bisweilen erreichen wir etwas und sind am Ende gar nicht so glücklich, wie wir es vorher glaubten, weil sich vielleicht ein unerwarteter Nebeneffekt ergeben hat oder es sich nun ganz anders als gedacht „anfühlt“.

Es macht einen Unterschied, ob Du sagst: „Später will ich mal reich sein.“ oder ob Du sagst: „Mit 45 will ich 250.000 Euro auf dem Konto haben, die ich mit eigener Arbeit verdient habe.“.  Welcher Satz wird Dich wohl eher anspornen, einen Job zu finden, mit dem Du gutes Geld verdienst? Natürlich weißt Du in beiden Fällen nicht, ob das Ereignis tatsächlich so eintritt. Vielleicht hast Du das Geld ja auch schon früher zusammen… Und vielleicht fühlst Du Dich mit 250.000 Euro auch nicht wirklich reich.

Tatsache ist jedoch, dass wir eine Gewissheit brauchen, wann wir am Ziel angekommen sind. Dein Navigationssystem im Auto braucht eine Zieleingabe, um Dir die Route zu soufflieren, und es sagt Dir am Ende so etwas wie „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“.

Bei der Formulierung von Zielen hat es sich bewährt, sich bestimmte Fragen zu beantworten:

  • Was genau will ich erreichen?
  • Wann, wo und mit wem will ich es erreichen?
  • Woran erkenne ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?
  • Habe ich es selbst in der Hand oder bin ich dabei von irgendjemand oder irgendetwas abhängig?
  • Ist es realistisch, dass ich das schaffe?

Zwei weitere Fragen kommen noch hinzu:

  • Wozu will ich das erreichen?
  • Welche Konsequenzen hat das eventuell, wenn ich mein Ziel erreiche?

Probiere es aus! Nimm einen langgehegten Wunsch und „checke“ diesen mit den obigen Fragen. Wie genau gelingt es Dir, das zu formulieren, was Du willst? Was sind die Kriterien, an denen Du erkennen kannst: „Ziel erreicht!“? Und was ist eigentlich der Nutzen daran, wenn Du es dann geschafft hast?

Ich will…

Machen wir es noch konkreter an einem Beispiel. Jemand sagt vielleicht: „Ich will selbstsicherer werden.“. Fragen wir ihn (oder sie): In welchen Situationen möchtest Du diese Selbstsicherheit haben?, kommt vielleicht als Antwort: „Wenn ich in meinem Beruf vor Leuten reden muss.“ Nun wissen wir schon, dass es nicht um Selbstsicherheit im Allgemeinen geht (die er oder sie vielleicht sogar hat), sondern dass es bestimmte Anlässe betrifft. Fragen wir weiter: „Woran würdest Du erkennen, dass Du selbstsicher bist?. Mögliche Antwort: „Daran, dass ich mich locker fühle, mein Atem ruhig ist und dass mir zur rechten Zeit die richtigen Worte einfallen.“ Aha. Nun können wir uns, vor allem aber derjenige selbst, einen Menschen vorstellen, der diese Eigenschaften hat und sich daher als selbstsicher bezeichnet. Auf die anschließende Frage „Was verhindert denn heute, dass Du so nicht bist? folgt eventuell die Antwort: „Ich habe Angst, einen Fehler zu machen oder nur Blödsinn zu erzählen.“. Hier lohnt oft die Frage, was denn dann im schlimmsten Fall passieren würde. Überraschenderweise sind die Befürchtungen oft gar nicht so groß, wenn sie erst einmal ausgesprochen sind. Nun zur Frage, wozu es denn gut für denjenigen ist, in den genannten Situationen selbstsicher aufzutreten. Dahinter steckt die eigentliche Motivation für das Erreichen des Ziels. Das kann in diesem Falle der Wunsch sein, auf der Karriereleiter etwas höher zu steigen oder aber, seinen Job abzusichern, weil es dort dazu gehört, vor anderen zu reden.

Mach‘ den „Öko-Check“!

Oft gibt es noch unbewusste „Störer“ die das Erreichen eines Ziels sabotieren. Fragen wir also: „Was könnten denn für unangenehme Konsequenzen drohen, selbstsicher zu sein?“ „Nun ja,“, kommt es in diesem Beispiel, „meine Kollegen könnten mich für arrogant halten.“ Hier schlägt der sogenannte „Ökologie-Check“ fehl. Ein Teil der Persönlichkeit fürchtet hier offenbar, die Harmonie mit den Kollegen aufs Spiel zu setzen. Der Glaubenssatz „selbstsicher zu sein wirkt arrogant“ wäre hier wohl noch zu bearbeiten. Doch lässt sich nun das Ziel konkreter als oben formulieren.

Wichtig sind noch zwei Merkmale des Zielsatzes, die diesem die Wirkung einer „Suggestion“geben: Zum einen muss der Zielsatz positiv formuliert sein. Also: Statt „Ich möchte nicht mehr…“ besser: „Ich will…“. Zum anderen sollte das Ziel in der Gegenwartsform aufgeschrieben werden und die Merkmale enthalten, die überprüfen lassen, ob das Ziel erreicht ist.

Aus „Ich will selbstsicherer werden.“ könnte nun also werden: „Wenn ich in meinem Beruf vor Menschen rede, bin ich locker, atme ruhig und gleichmäßig und wähle meine Worte ganz bewusst.“

Ist damit alles getan? Sicher nicht. Allein dadurch, dass ich diesen Satz wie eine Affirmation vor mir her trage, wird sich nicht viel ändern, besonders dann nicht, wenn ich wiederholt das Gegenteil erlebe. Ich kann jedoch nun gezielt an Maßnahmen arbeiten, um den beschriebenen Zustand zu erreichen: zum Beispiel ein Atem- und Stimmtraining an der Volkshochschule besuchen. Oder autogenes Training lernen. Oder ich kann mich vor solchen Situationen noch konkreter fachlich vorbereiten, was zusätzliche Sicherheit gibt.

Olympia in Berlin?

Sollen die Olympischen Spiele 2024 oder 2028 in Berlin stattfinden? Führende Persönlichkeiten unserer Stadt, vorneweg die Politiker, sind klar dafür. Nur Vorteile, grenzenlos scheinende Chancen, keine Risiken. Keine Risiken? Jedenfalls wird darüber nicht geredet.

Doch will man uns für dumm verkaufen? 50 Millionen Euro soll allein das Bewerbungsverfahren kosten. Dabei ist keineswegs sicher, dass die Bewerbung zum Erfolg führt. Dann sind die 50 Millionen einfach weg – ohne dass dann Investitionen in Sportstätten und Infrastruktur folgen, finanziert durch schöngerechnete Zuschüsse von Bund und IOC und wem sonst noch. Und wer hat´s bezahlt? Wir, die wir Steuern und Abgaben in dieser Stadt zahlen.

Und Schulen, Straßen, Bibliotheken usw. bleiben unsaniert; notwendiges Personal bei Polizei, Feuerwehr und in der Verwaltung fehlt weiterhin.

Ja, ich bin Sportfan durch und durch. Und Olympia fesselt mich jedes Mal geradezu an den Fernseher. Und ganz ehrlich: Mal live olympische Wettkämpfe und olympisches Flair erleben, davon träume ich seit meiner Kindheit.

Doch wenn ich abwägen soll: Vier Wochen lang meinen Traum erfüllen oder jahrelang Albtraum in einer an vielen Stellen maroden Stadt – dann fällt meine Entscheidung eindeutig aus.

Nein, bitte, Finger weg von Olympia in Berlin. Das können und das sollten wir uns derzeit nicht leisten. Und wenn ich zum Schluss noch einen Wunsch äußern darf: Hoffentlich wird´s Hamburg 😉

Die Ebenen der Persönlichkeit

(Wie) Kann man seine Persönlichkeit entwickeln?

Persönlichkeitsentwicklung ist ein innerer Prozess, der im Außen erlebbar wird. Sie kann sich auf mehreren Ebenen, die aufeinander aufbauen, vollziehen:

  • Umwelt
  • Verhalten
  • Fähigkeiten
  • Werte, Glaubenssätze
  • Identität
  • Sinn, Quelle

Entwicklung auf der Ebene der ‘Umwelt‘

Zur Umwelt gehört alles, was außerhalb von mir sichtbar wird: Meine Wohnung, die Menschen um mich herum, die Stadt in der ich wohne und auch die Kleidung, die ich trage oder der Verein dem ich angehöre.

Jede Veränderung dieser mich umgebenden Dinge sind schon eine Art „Persönlichkeitsentwicklung“, also z.B. schon ein Umzug oder ein neuer Partner.

Entwicklung auf der Ebene des ‘Verhaltens‘

Alles was ich tue -oder auch gerade nicht tue- gehört zu meinem Verhalten: Die Art, wie ich die Gabel halte, meine Sprechweise, die Art und Weise, wie ich mit anderen Menschen umgehe. Wenn ich mich von einem grimmig dreinschauenden zu einem freundlich lächelnden Zeitgenossen wandle, ändere ich mein Verhalten und habe meine Persönlichkeit entwickelt.

Entwicklung auf der Ebene der ‘Fähigkeiten‘

Viele Dinge, die wir können, sind uns gar nicht bewusst, wir tun sie einfach. Auffallen wird uns dies vielleicht nur, wenn wir eine sonst selbstverständliche Fähigkeit mit einem Mal nicht mehr zur Verfügung haben, z.B. das Gehen bei einem Beinbruch. Auch Vertrauen zu haben, genügsam sein zu können, sich selbst behaupten zu können, sind Fähigkeiten, die oft eher „mitschwingen“ als voll bewusst zu werden.

Große Entwicklungssprünge machen wir, wenn wir uns eben solche Fähigkeiten aneignen und entwickeln.

Entwicklung auf der Ebene der ‘Werte und Glaubenssätze‘

Glaubst Du noch an den Weihnachtsmann? Früher sicher ja. Und zu diesem Zeitpunkt gab es auch keinen Zweifel bezüglich dessen Existenz. Warum glaubst Du jetzt nicht mehr daran? Jetzt wie damals hast Du ihn niemals wirklich zu Gesicht bekommen – jeweils mit unterschiedlichem Ergebnis, was Deine Überzeugungen angeht.

Was ist Dir wichtig? Aufrichtigkeit? Reichtum? Freundschaft? Dies sind alles Wertvorstellungen darüber, was bedeutsam ist im Leben. Oft verändern sich diese Werte im Laufe des Lebens, manchmal ganz plötzlich durch ein einschneidendes Erlebnis, meist eher schleichend mit zunehmendem Alter.

Entwicklung auf der Ebene der ‘Identität‘

Eben noch lockerer Student, nun promovierter Arzt mit viel Verantwortung. Ein Identitätswechsel durch unterschiedliche Rollen. Doch passt die „gefühlte“ Identität zu der nach außen verkörperten? Der Arzt heute früh an seinem ersten Arbeitstag weiß und kann nicht mehr, als der Student gestern Abend. Und doch ist womöglich ab jetzt alles ganz anders.

Entwicklung auf der Ebene von Sinn und Quelle

Zunächst eine Frage: Wofür lebst Du? Ich meine das, was „oben drüber“ ist, das was überdauert. Vielleicht glaubst Du an Gott? Vielleicht an Wiederauferstehung? Vielleicht auch an so etwas wie eine Lebensaufgabe. Eine solche zu finden, gibt Menschen oft sehr viel Kraft, Erstaunliches zu leisten oder Unmenschliches auszuhalten. Viktor Frankl, ein Arzt, der das Konzentrationslager überlebt hat, hat das z.B. in einem Buch darüber im Titel ausgedrückt: „Und trotzdem ja zum Leben sagen“.

Das Bewusstsein für einen größeren Zusammenhang des Lebens, für einen Lebenssinn, prägt die Persönlichkeit in unvergleichlicher Weise. Das Wissen darum, in dieses „große Ganze“ eingebettet zu sein, kann den Menschen im Alltag stabilisieren und und leiten.

Entwicklungen lassen sich auf allen diesen Ebenen einleiten. Der Effekt ist der, dass sich daraus auf der untergeordneten Ebene Veränderungen bemerkbar machen. Wenn ich Fahrrad fahren lernen will (Fähigkeit), muss ich zunächst daran glauben, dass mir dies möglich sein wird, dass ich nicht auf ewig mit dem Rad umfallen werde (Glaubenssätze). Wenn ich das nicht tue, werde ich es womöglich nicht versuchen und dementsprechend nicht lernen. Und unser junger Arzt von oben tut gut daran, sich mit der Identität des Arztes anzufreunden, um seinen Job verantwortungsvoll und selbstbewusst auszuüben (Fähigkeiten und Verhalten).

Das Sender-Empfänger-Problem

„Das habe ich doch gar nicht gemeint! Warum bist Du denn gleich so aufgebracht?“

Kennst Du das? Du sagst etwas zu jemandem, Deinem Partner, Deiner Arbeitskollegin, einem Freund, und dieser Mensch reagiert in einer Weise, wie Du es überhaupt nicht erwartet hast. Du hast doch nur solche Informationen weiter gegeben wie: „Das Fotokopierpapier ist alle.“, „Ich kann Dir am Samstag nicht helfen, Deinen Zaun zu streichen.“ oder (der Klassiker von Loriot) „Berta, das Ei ist hart.“.

Offenbar hat der Empfänger Deiner „Nachricht“ etwas anderes gehört, als Du gesagt hast. Wie aber? Da waren doch nur diese paar Worte „…das Ei ist hart.“, sonst nichts. Scheinbar doch. OK, Wirst Du sagen, da ist natürlich noch die Art wie ich es sage. Vielleicht fällt Dir der Spruch Deiner Eltern oder Großeltern ein: „Der Ton macht die Musik.“. Stimmt – zumindest zum Teil. Dein Tonfall bestimmt mit, wie jemand das von Dir Gesagte aufnimmt und interpretiert. Wirkst Du gereizt, ärgerlich, ungeduldig? Auch Deine Mimik kann einiges bewirken: Siehst Du freundlich aus oder schaust Du grimmig drein?

Achte einmal in der nächsten Zeit bewusst darauf und probiere es aus, wie dieselbe Aussage mit unterschiedlichem Gesichtsausdruck und in anderer Tonlage gesprochen bei Deinem Gegenüber in verschiedener Weise ankommt. Übrigens wirkt das auch beim Telefonieren, weshalb sich schon einige Leute einen Aufkleber ans Telefon geheftet haben: „Ich lächle auch am Telefon.“

Wie bereits angedeutet ist dies aber nur die halbe Wahrheit. Der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun hat in seinem Standardwerk ‘Miteinander reden – Störungen und Klärungen‘ die so genannte „Vier-Ohren-Theorie“ aufgestellt. Danach stecken in jeder Nachricht vier Anteile:

Der Sachinhalt einer Nachricht

Dies leuchtet sicher schnell ein. Aussagen wie: „Das Ei ist hart.“, „Das Kopierpapier ist alle.“ geben objektive Beschreibungen ab, z.B. über den Zustand eines bestimmten Lebensmittels oder den Lagerbestand des Büroartikels. Wahrscheinlich, Du ahnst es, dürfte dies in unseren obigen Beispielen aber nicht der wirklich bedeutsame Teil der Nachricht sein.

Der Anteil der Selbstkundgabe

Jetzt wird es etwas komplizierter. In jeder Nachricht gibt derjenige, der Sie abgibt, nennen wir ihn den ‘Sender‘ ein bisschen von sich selbst preis: über seinen Gefühlszustand, bestimmte Fähigkeiten oder Eigenschaften. Bei einer mündlichen Äußerung kommt dies unter anderem, siehe oben, über die Mimik und den Tonfall zum Ausdruck (z.B.: „Ich bin ärgerlich.“). Und da dieser Anteil bei einer Äußerung immer mit dabei ist, kommen natürlich sowohl vom Sender gewollte Botschaften im Sinne einer Selbstdarstellung als auch unfreiwillige, enthüllende Informationen zum Vorschein.

Es gibt wahre Meister darin, in oberflächlich beiläufigen Aussagen Dinge über sich selbst mitzusenden, die sie in einem bestimmten Licht stehen lassen: „Neulich, als ich mit dem Bus fahren musste, weil mein Porsche in der Werkstatt war, ist mir doch folgendes passiert…“ (Botschaft:“Ich kann mir einen Porsche leisten.“)

Die Beziehungsseite der Nachricht

Gerade bei der Kommunikation in der Partnerschaft spielt der Beziehungsaspekt eine große Rolle. „Wie stehen wir zueinander?“ oder auch „Was halte ich von Dir?“ sind hier die in der Nachricht versteckten Fragen. Auch die Beziehungsseite der Nachricht kommt häufig durch Tonfall und Mimik zum Ausdruck.

Jeder der Gesprächspartner hat eine eigene Sichtweise über die Art und Weise und die Qualität der Beziehung zwischen Sender und Empfänger. Der Sender der Nachricht gibt seine Beziehungsdefinition mit, die jedoch nicht unbedingt dieselbe sein muss, wie die des Empfängers. Im „Kopierpapier-Beispiel“ könnte eine Reaktion der Kollegin sein: „Du hast mir hier überhaupt nichts zu sagen!“, wobei sie offenbar noch einen Appell („Besorge neues!“) herausgehört hat. Vielleicht wollte der Sender hier einen fürsorglichen Hinweis geben: „Spare dir den Weg zum Kopierer, dort liegt sowieso kein Papier mehr.“ Bei der Interpretation dessen muss freilich der Kontext, also die umgebende Situation, berücksichtigt werden (Wie stehen die Personen tatsächlich hierarchisch zueinander?)

Der Appellaspekt

Oft soll eine Aussage jemand anderen dazu veranlassen, etwas zu tun. Nicht immer jedoch wird dies in der dafür vorgesehenen, klar erkennbaren grammatischen Form des Appells vorgenommen. Ganz oft wird der Appell etwas versteckt geäußert in der Hoffnung oder Erwartung, der andere werde schon die Gedanken des Senders lesen können und die Aufforderung verstehen. Darin liegt natürlich erhebliches Potenzial für Missverständnisse.

Im Loriot-Beispiel mit dem harten Ei könnte dies vielleicht heißen: „Mach´ mir ein neues, weiches Ei!“

Deine Kommunikation verbessern

Wenn Du Bescheid weißt über die oben geschilderten Mechanismen, kannst Du Deine Kommunikation systematisch verbessern. Nimm ab sofort einfach bewusster wahr, welche Botschaften (Inhalt, Selbstkundgabe, Beziehung, Appell) in dem stecken, was Du von anderen hörst. Hast Du vielleicht ein besonders ausgeprägtes Ohr für einen dieser Teile, eventuell in Bezug auf eine bestimmte Person? Gibt es vielleicht noch eine andere Art, die gerade gehörte „Nachricht“ zu verstehen?

Hat nun immer der Empfänger Schuld, wenn etwas in der Kommunikation „daneben“ geht? Nein. Natürlich trägt der Sender zu einer funktionierenden Kommunikation bei, indem er sich klar und unmissverständlich äußert und keine „Nebenbotschaften“ in seiner Rede verpackt.“ Achte als „Wissender“ von jetzt an also darauf, wie Du etwas sagst. Und mache Dir bereits vorher klar, was die vier „Empfänger-Ohren“ daraus machen können.