I give you my heart

Danke-Tagebuch

Hier will ich Danke sagen für all die kleinen so selbstverständlich wirkenden Dinge des Alltags. Angefangen habe ich die Liste schon länger, doch bisher nicht veröffentlicht. Nun im März 2020 scheint es mir der richtige Zeitpunkt zu sein. Und ich habe die Liste noch ergänzt. Das werde ich auch weiter tun.

Danke an die Verkäuferin beim Bäcker, die, auch sonntags, sehr früh aufsteht, damit ich bei ihr morgens meine Brötchen kaufen kann. Und Danke an die Leute dahinter, vom Bäckergesellen bis zum Fahrer, die dafür sorgen, dass es überhaupt etwas zu verkaufen gibt.

Danke an den unbekannten Zeitungsboten, der (oder die?) bei jedem Wetter im morgendlichen Halb- oder Ganz-Dunkel das Wägelchen mit den Tageszeitungen durch die Straßen schiebt – damit ich -meist erst nach Feierabend- die Morgenzeitung lesen kann.

Danke an die Männer von der Müllabfuhr, die diese schweren, stinkenden Tonnen mit unserem Wohlstandsmüll Tag für Tag durch zu enge Hauseingänge und durch Lücken zwischen parkenden Autos bugsieren.

Danke an den unterbezahlten Paket- und Päckchenausfahrer, der Ende letzten Jahres dafür gesorgt hat, dass meine Weihnachtsgeschenke pünktlich ankamen.

Danke an das Bereitschaftspersonal in den Notaufnahmen der Krankenhäuser, welche die Polenböllerausprobierer, Alkoholüberkonsumierer, Vielzuschnellfahrer, Kinder überbesorgter Eltern und natürlich alle anderen wirklich Kranken und schuldlos Verletzten auch nachts um halb zwei professionell versorgen.

Und Danke an all die MitarbeiterInnen in Krankenhäusern und sonstigen Pflegeeinrichtungen, die jetzt im März 2020 und wohl leider noch intensiver in den nächsten Wochen, wenn nicht Monaten, ihren Dienst tun, um damit zu retten, wer zu retten ist.

Danke an die -leider schon verstorbene- Kindergartenchefin, die uns damals diesen Kitaplatz zugesagt hat – und damit praktisch den ersten Knoten für unser gesamtes soziales Netzwerk in unserem Wohnkiez geknüpft hat.

Danke an PolizistInnen, Feuerwehrleute und RettungssanitäterInnen, die ihren Dienst tun und dabei völlig unsinniger- und überflüssigerweise angepöbelt werden – und dabei pflichtbewusst und diszipliniert ruhig und besonnen bleiben, während sich vermutlich so manches Mal die Faust in der Tasche ballen möchte.

Danke an all die Mitmenschen, die „social distancing“ als „physical distancing“ verstehen: Räumlichen Abstand zueinander halten aber emotional dicht beieinander sein.

Danke an alle die Verständnis haben, dass man auch mal nichts tun möchte außer: einfach nur hier sitzen.

Schreibe einen Kommentar